Sonntag, 7. Februar 2010

Nachtrag LVB-Relaunch

Mit großem Amüsement und Verwunderung verfolge ich seit dem Start der neuen LVB-Site die entstandene Diskussion, sozusagen als Unfall-Gaffer. Hier einmal meine 2-EURO-Cent zum Thema. Respekt gebührt sicher Herrn Nebe, der sich der Diskussion beim Web-Monday stellte und sicher sein konnte, dass er sich Schelte abholen würde. Ein solches Verhalten ist nach so einer grandiosen Bauchlandung eines Unternehmens, dass sich in der Verpflichtung gegenüber seinen Fahrgästen, stammen Sie aus der Stadt oder seien Sie Touristen, sehen sollte, sicher mutig. Bedauerlicherweise war derjenige, um dessen Arbeit es hier ging, leider abwesend. Das Statement von Prof. Hofmann, dessen Selbstbild und der Blick auf die eigene Arbeit schon in bedenklicher Weise realitätsfremd erscheint („ hier werden neue internationale Maßstäbe gesetzt”) wirkt abgesehen vom sichtbaren Ergebnis ein wenig seltsam, wenn man nicht genug „Eier” hat, sich einer solchen Diskussion unter Fachleuten auch zu stellen.
Was kann man der LVB vorwerfen? Sicher keine Klüngelei – Der Gesamtetat des Projekts, der im Grunde recht niedrig ist, sorgt dafür, das ein solche Vermutung bezüglich der Verantwortlichen der LVB eher unwahrscheinlich ist. Was sich Herr Nebe und seiner Mitarbeiter hier vorwerfen lassen muss, ist Inkompetenz in einem Bereich, der eigentlich durch Prof. Hofmann und/oder das eWerk abgedeckt werden müsste. Ich nehme an, dass das eWerk hier sicher versucht hat zu bremsen oder auf Mängel hinzuweisen, wie von Herrn Schubert behauptet.
Wer ein wenig recherchiert, fängt sich aber an zu wundern: Prof. Frank Hofmann hat für den Job, für den er beauftragt wurde, nämlich die Gestaltung einer halbwegs komplexen Website, so gut wie keinerlei im Netz auffindbare Expertise (seine Seite nennt als einziges Projekt in dieser Richtung „Relaunch für den Website eines Fotografen“. Mir persönlich wäre das neben dem Titel einer persönlichen Empfehlung und den schicken langen grauen Haaren von Prof. ein bisschen wenig, sollte ich je in der Verlegenheit kommen, als Mitarbeiter eines ÖPNV für den Relaunch des zentralen Mediums verantwortlich zu zeichnen.
Wenn ich also in der Position eines Herrn Nebe bin, was sollte ich dann also sicher nicht tun? Einen Designwettbewerb ausrufen. Ganz einfach, weil hier anscheinend schlicht die Kompetenz fehlt, die Ergebnisse in Hinblick auf Funktionalität und Qualität beurteilen zu können. Das Nächste mal bitte mit Profis, gerne mit einem dazwischen geschalteten Designmanagement. So verlockend die Idee „ Alles in 100facher Ausfertigung fast umsonst – Crowdsourcing” kurzfristig aus Sicht eines Unternehmens ist, das sein Budget für das Projekt im Rahmen einer solchen Provinzposse sinnlos verbrannt hat, würde es doch bei der LVB, sollten Beteiligte und Entscheider nicht ausgewechselt oder qualifiziert werden, doch nur zu einem weiteren Desaster führen.

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